Gärten als Orte von Macht, Wandel und Gemeinschaft

Gärten sind politisch! 

Gemeinsam verbinden wir Theorie und Praxis, reflektieren gesellschaftliche Zusammenhänge und entwickeln konkrete Ideen für nachhaltiges und gerechtes Handeln.

Gärten als Orte von Macht, Wandel und Gemeinschaft

Status:

Verfügbar

Bildungsurlaub:

Ja

Zeitraum:

27.09. – 01.10.2026

Zeitplan:

  • Sonntag, 27.09.2025: Anreise ab 17:00 Uhr, gemeinsamer Start um 18:00Uhr
  • Freitag, 01.10.2025: Abreise gegen 14:00 Uhr

Ort:

lila_bunt, Prälat-Franken-Straße 22, 53909 Zülpich

Zielgruppe:

FLINTA*

Personenanzahl:

Maximal 16 Personen

Kooperation:

Dieses Seminar findet in Kooperation mit der Willi-Eichler Akademie statt

Seminarnummer:

2026-S-024

Verfügbarkeit Betten:

Es sind keine Plätze mehr im Einzelzimmer vefügbar. Doppel- und Dreibett-Zimmer gibt es noch

Preis:

  • Ab 280 €
  • Unterstützender Preis/ Arbeitgeber*in getragen: 400-500€ oder mehr
  • Kostendeckender Preis: 350-420€
  • Solipreis: 280-350€
  • Einzelzimmerzuschlag: 25€ pro Nacht/Person

Das Seminar ist in NRW, Baden-Württemberg und dem Saarland als Bildungsurlaub anerkannt. Die Beantragung in Hessen ist im Prozess. Für Berlin und Niedersachsen kann leider kein Bildungsurlaub anerkannt werden. Die Anerkennung als Bildungsurlaub in anderen Bundesländern ist möglich, muss aber etwa ca. 3 Monate vor Seminaranfang beantragt werden. Bitte sagt uns Bescheid, wenn dies gewünscht ist!

Der Bildungsurlaub kann auch als normales Seminar belegt werden.

Unterstützender Preis:

Zahle den Unterstützenden Preis, wenn du deine materiellen Grundbedürfnisse bequem erfüllen kannst und z.B. am Ende des Monats Geld zurücklegen kannst, freiwillig Teilzeit arbeiten kannst, mind. 1x im Jahr in Urlaub reisen kannst, ohne dir Gedanken zu machen, ein Erbe bereits erhalten hast oder erwartest. Oder auch wenn dir jemand das Seminar schenkt oder du es z.B. von deiner*m Arbeitgeber*in bezahlt bekommst.

Kostendeckender Preis:

Zahle den kostendeckenden Preis, wenn du deine materiellen Grundbedürfnisse gut erfüllen kannst, da du z.B. Einkommen, Besitz oder Erbe hast, über das du frei verfügen kannst, du dir Hobbies leisten kannst, keine Schulden hast oder z.B. privilegiert in Bezug auf einen (Hochschul-)Abschluss bist.

Soli Preis: 
Zahle den Solipreis, wenn du z.B. kein festes oder regelmäßiges Einkommen hast, wenn du Schulden hast, wenn du finanzielle Unterstützung erhältst, wenn verreisen für dich keine Selbstverständlichkeit ist, wenn am Ende des Monats weniger Geld da ist, wenn du strukturell marginalisiert wirst in der Gesellschaft. 

Inhalte des Seminars

Gärten sind weit mehr als Orte der Erholung. Sie spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wider und machen globale Zusammenhänge im Kleinen sichtbar. In ihnen zeigen sich historische und aktuelle Dynamiken von Ausbeutung, Kolonialismus und patriarchalen Strukturen ebenso wie Möglichkeiten für Veränderung, Widerstand und gemeinschaftliches Handeln.

Im Seminar verbinden wir theoretische Reflexion mit praktischer Erfahrung: Im wunderschönen Staudengarten arbeiten wir gemeinsam, beobachten ökologische Zusammenhänge und setzen uns gleichzeitig mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen auseinander. So entsteht ein Lernraum, der Wissen erfahrbar macht und zur Entwicklung zukunftsfähiger Handlungsoptionen anregt.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Umwelt und Klimawandel: Wie hängen ökologische Verantwortung und demokratische Entscheidungsprozesse zusammen? Welche Rolle spielen nachhaltige Anbaumethoden im Kontext globaler Krisen?

  • Koloniale Kontinuitäten: Welche Spuren des Kolonialismus prägen heutige Gartenkulturen, Landschaftsgestaltungen und landwirtschaftliche Praktiken? Was bleibt oft unsichtbar – und warum?

  • Geschlechtergerechtigkeit: Wie wurden Gartenbau und Landwirtschaft historisch durch patriarchale Strukturen geprägt? Wir machen das Wirken von FLINTA* in der Gartenkultur sichtbar und verknüpfen dies mit queer-feministischen Perspektiven der Gegenwart.

  • Privilegien und Zugang: Wer hat Zugang zu Land, Ressourcen und Grünflächen? Wie wird Gartenarbeit gesellschaftlich bewertet und wer profitiert davon? Welche Machtverhältnisse strukturieren diese Bereiche?

  • Nachhaltigkeit und Gemeinwohl: Was bedeutet Biodiversität im Garten und auf dem Acker? Welche gemeinschaftsorientierten und solidarischen Konzepte stärken ökologische und soziale Nachhaltigkeit?

Gärten verstehen wir im Seminar auch als Orte des Miteinanders: als Räume für gemeinsames Lernen, Wachsen und Austauschen. Durch kollektive Prozesse verbinden wir Theorie und Praxis, reflektieren gesellschaftliche Zusammenhänge und entwickeln konkrete Ideen für nachhaltiges und gerechtes Handeln.

 

Zielgruppe: 

Der Bildungsurlaub bietet eine geschützte Umgebung für FLINTA*, um Wissen zu vertiefen, Erfahrungen zu teilen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln – zwischen Erde unter den Händen und kritischer Reflexion im Kopf. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit Gärten und Landwirtschaft als politische Räume – inspiriert vom UN-Jahr der Frauen in der Landwirtschaft.

Referent*in

Anni (keine Pronomen): Seit zwei Jahren arbeite ich im Gemüsebau und sehe die Arbeit in der Landwirtschaft als Chance auf gesellschaftlich Missstände hinzuweisen und darin akute Handlungsalternativen zu entwickeln. Im landwirtschaftlichen Alltag beschäftigt mich immer wieder die Rolle von FLINTA* Personen in Konfrontation mit dem Patriachat. Vor allem im praktischen Arbeiten mit schweren Maschinen und körperlich anspruchsvollen Aufgaben wird diese besonders deutlich. Deswegen ist für mich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper ein zentrales Element von feministischer Arbeit.

Besonders wichtig ist mir in meiner Arbeit in der Gärtnerei auch soziale Netzwerke im ländlichen Raum aufzubauen & praktische Erfahrungsräume durch Workshops und Veranstaltungen zu schaffen, um die Verknüpfung von Landwirtschaft und politischen Themen aufzuzeigen.

Bevor ich in den Gemüsebau gewechselt bin, habe ich als Sozialpädagog*in gearbeitet und mich mit unterschiedlichen machtkritischen Perspektiven auseinandergesetzt. In Lern- und Erfahrungsräumen wünsche ich mir deshalb, eigene Denk- und Handlungsstrukturen immer wieder zu hinterfragen, eine offene Haltung zu entwickeln und Empathie füreinander zu stärken.

Polly (Pronomen: sie/ihr),cis weiblich, weiß: gelernte ökologische Staudengärtnerin,

über kurze Stopps im Gemüsebau und der Landwirtschaft habe ich die Stauden entdeckt und mich direkt Schock verliebt in diese Vielgestaltigen, unglaublich Vielseitigen, wunderbaren Gewächse.

Ich denke es ist geschickt Gartenbau nicht auf seine Fachsparte zu reduzieren, sondern voneinander und miteinander zu lernen. Gartenbau passiert nicht in einem isolierten Raum bzw. auf einem isolierten Acker, weshalb ich es spannend finde ein Auge auf die politischen und soziokulturellen Strukturen im Gartenbau zu werfen und sie kritisch zu hinterfragen.


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